Wer steckt dahinter?

Als promovierter Kunsthistoriker und Kenner der internationalen und regionalen Szene, lebt der Grazer Andreas Schnitzler mit Kunst - und kennt die Marktgesetze, nach denen die Branche heute funktioniert. Genau deshalb weiß er auch, dass die teuerste Kunst nicht zwangsläufig auch die Beste ist.   

Für den Unternehmer Georg Lindsberger ist Kunst ein universelles Ereignis. Sie kann sich in einer Künstlerarbeit genauso offenbaren wie im Erfolg eines guten Produkts. Kunst heißt für ihn: einfach machen und nie aufhören, Dinge in Bewegung zu bringen.

Galerie Schnitzler und Lindsberger

Kunst – Das Interview

„Kunst ist Kommunikation.“

 

Kunst braucht Raum. Die Galerie Schnitzler und Lindsberger schafft diesen Raum. Mitten in Graz. Warum das gut so ist, sagen die Galeristen Andreas Schnitzler und Georg Lindsberger im Interview.

 

? Was war die Motivation, die Galerie Schnitzler und Lindsberger zu eröffnen? 

! Nicht nur die Stadt Graz ist kunstbegeistert, wir sind es auch. Wir sehen es als Chance und Herausforderung, die Galerienlandschaft um eine Facette zu erweitern. Es gibt hier nicht wenige Kunstliebhaber/innen von hochwertigen Arbeiten aus aller Welt. Mit ihnen möchten wir unsere Sicht auf Kunst gerne teilen.

 

? Was wird bei Schnitzler und Lindsberger zu sehen sein? 

! Wir zeigen internationale Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten bereits erste Erfolge erzielt haben und von deren Zukunftspotenzial wir überzeugt sind.

 

? Welche Ansprüche stellen Sie an Ihre Künstler/innen? Was müssen sie mitbringen? 

! Eigenständigkeit und Charakter, um es zu vereinfachen. Gute Kunst zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit einem Werkstoff und einem Thema aus. Dabei entsteht immer etwas Besonderes, etwas, das sich spürbar absetzt von dekorativen Gefälligkeiten.

 

? Dekorativ geht nicht? 

! Im Gegenteil! Aber es ist eine Frage der Sichtweise: Mit anspruchsvollen Arbeiten richten wir nicht in erster Linie unsere Wohnung ein, sondern wohl eher unsere Seele. Das sind Stücke, mit denen man lebt, die zu uns gehören. Stücke, durch die wir uns verstanden und repräsentiert fühlen.

 

? Wird Schnitzler und Lindsberger ein Sprungbrett für junge, hochtalentierte Künstler/innen sein? 

! Das wäre natürlich schön, ist aber kaum planbar.  Künstler/innen brauchen außer Talent zweifellos auch Glück, um für ihre Arbeit die angemessene Anerkennung zu bekommen. Es wäre vermessen zu behaupten, wir wüssten immer genau, wer sich in der Folge zu einem Bestseller entwickelt. Das liegt allerdings auch daran, dass Künstler/innen, die bei Schnitzler und Lindsberger ausstellen werden, bereits einen Marktwert haben.

 

? An wen richtet sich Ihr Angebot? 

! Zunächst einmal an alle, die begonnen haben, sich mit Kunst intensiv zu beschäftigen. Und dann natürlich an Kunstliebhaber/innen, oder solche, die sich künftig gern etwas aufbauen möchten. Bis hin zu einer eigenen Sammlung. Dafür ist Schnitzler und Lindsberger die ideale Schnittstelle: Wir beraten Interessenten aktiv beim Kauf eines Werkes und unterstützen mit unserer Erfahrung langfristig auch den Aufbau von Privatsammlungen.

 

? Kunst als Wertanlage gehört derzeit zu den gängigsten Klischees... 

! Vielleicht, aber sie ist noch mehr: Hochwertige internationale Arbeiten in die eigenen vier Wände zu hängen, ist mittlerweile Teil eines Lifestyles, der das Besondere sucht und sich nicht mit wenig aussagestarken Massenprodukten zufrieden gibt. Wir sagen aber auch bewusst, dass wir keine Anlageberatung für zeitgenössische Kunst anbieten. Wir zeigen Kunst einfach als das, was sie in unseren Augen ist: ein Ereignis.

 

? Wie wird die Galerie zum Ereignis? 

! Wir wollen Lust auf Kunst machen. Der Raum, den wir jetzt erschaffen haben, soll mehr sein als ein Ausstellungsraum. Schnitzler und Lindsberger wird ein Treffpunkt für Kunstinteressierte sein, Plattform für intensiven Gedankenaustausch – auch zwischen Künstlerinnen und Künstlern sowie Besucherinnen und Besuchern. Kunst lebt nicht nur von Kommunikation. Sie ist Kommunikation.

 

Die Fragen stellte Christoph Schomberg.


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